Reise-Fakten:
🏍️ 2369 km |⏱️ 10 Tage |⛽ 230 €
Unterkünfte/Restaurants: 📍 Restoran Kod Zore
Campingplätze: Naturist Camping FKK Sovinje (Kroatien)* · 📍 Camping Adriatic (Kroatien)
Regen zum Urlaubsstart und warum sie trotzdem perfekt begann
Der 17. Mai begrüßte uns mit Wetter, das eher nach November aussah. Regen, Wind, grauer Himmel – perfekt, um das Motorrad zu packen und für eine Motorradtour Kroatien. Früh am Morgen, Kaffee auf der Terrasse, zwei verschlafene Gesichter und die übliche Frage: „Wo willst DU hin?“ Antwort: „Keine Ahnung, aber weg von hier.“ Damit war die Planung abgeschlossen.
Der Plan war wie immer: keiner. Wir wollten einfach Richtung Süden, irgendwo zwischen Slowenien und Kroatien landen, Hauptsache Motorrad unter uns und ein bisschen Abenteuer vor uns. Genau diese Mischung aus Spontanität und „Schauen wir mal, was passiert“ macht für uns jede Motorradreise aus.
In Slowenien schoss die Temperatur plötzlich hoch, als hätte jemand die Sonne auf „Grillstufe“ gestellt. Nach 400 km waren wir so durch, dass selbst ein Zimmer mit Neonröhren und Linoleumboden gut geklungen hätte. Jenny fand ein Lokal mitten in der Industriezone Podskrajnik. „Von außen vielleicht unscheinbar, aber innen gemütlich – und das Essen war hervorragend. Wir schauten uns kurz an und mussten grinsen: Wenn ein Lokal so überrascht, weiß man, dass man am richtigen Ort gelandet ist.
Rijeka & Magistrale – Kurven, Meer und keine Stopps
Weiter nach Rijeka und direkt rauf auf die Magistrale.
Die Magistrale – offiziell die Jadranska Magistrala oder D8 – ist für jede Motorradtour nach Kroatien ein Pflichtstück – Küste, Kurven und Meer in perfekter Kombination.
Es ist eine der bekanntesten Motorradstrecken in Kroatien, und jedes Mal, wenn wir dort fahren, wissen wir wieder warum.
Kaum waren wir oben, hat uns die Küstenstraße wieder so eingefangen, wie sie es jedes Mal tut: eine Bucht nach der anderen, jede so schön, dass man automatisch vom Gas geht. Nicht, weil wir vernünftig wären – sondern weil wir beide denselben Gedanken hatten: „Die nächste ist bestimmt noch besser.“ Und ja, meistens war sie das. Wir sind also gefahren wie zwei Leute, die eigentlich weiterwollen, aber ständig von der eigenen Begeisterung sabotiert werden.
In Karlobag bog Jenny dann plötzlich ab – so entschlossen, dass ich kurz dachte, sie hätte eine Eingebung oder einen geheimen Pakt mit kroatischen Straßenlokalen. Das Lokal selbst? Ein Geheimtipp, den man ohne Hinweis garantiert übersieht. Die Zufahrt? Steil. So steil, dass man kurz überlegt, ob man nicht doch einfach am Straßenrand eine Packung Kekse isst und es „kulinarische Pause“ nennt.
Aber dann stand da dieses Schild: „Für Motorräder geeignet.“ Und wir so: „Na gut, wenn’s da steht, wird’s schon stimmen.“ Logik auf Motorradreisen ist manchmal… flexibel.
Also rollten wir runter. Und wenn man einmal runterrollt, gibt’s eh kein Zurück mehr – egal, wie viele Steine, Schlaglöcher oder Lebensentscheidungen man unterwegs hinterfragt. Unten angekommen war klar: Es hat sich gelohnt. Das Essen war super, die Aussicht sowieso, und wir zwei wieder mal stolz, dass wir uns nicht von einer Zufahrt einschüchtern lassen haben, die aussah wie ein Test für die nächste Dakar‑Rallye.
Wildcampen bei Zadar – unser kleines Paradies
Wir fanden einen kleinen, versteckten Mini‑Wald direkt am Wasser – ein Platz, den man mit dem Auto nie erreicht hätte. Genau die Art Ort, die nur Motorräder möglich machen. Der Boden war weich, das Rauschen des Meeres direkt neben uns, und außer uns war niemand weit und breit.
Wir stellten das Zelt auf, klappten die Stühle aus, öffneten Bier und Wein und ließen einfach alles fallen, was der Tag mitgebracht hatte. Dieses typische Wildcampen‑Gefühl stellte sich ein: keine Regeln, keine Grenzen, nur Natur und Freiheit.
Wir schauten uns an, ohne ein Wort zu sagen. Jenny grinste und meinte: „Schon verrückt, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein.“ Und genau so war es. Ein versteckter Platz, zwei Motorräder, ein paar Getränke – und ein Moment, der sich anfühlte wie pure Perfektion.
Biokovo Skywalk – Nebel, Tiere und Glasboden
Am nächsten Tag ging es gleich in der Frühe los. Die Auffahrt zum Biokovo Skywalk ist schmal, kurvig und perfekt für alle, die ihr Motorrad gern ein bisschen präziser bewegen. Früh am Morgen ist die beste Zeit – weniger Verkehr, weniger Hitze und oft der schönste Blick, bevor die Wolken kommen.
Der Weg hoch war neblig, eng und voller Ziegen, Schafe und Esel. Oben lichtete sich der Nebel und wir hatten freie Sicht. Der Glasboden war beeindruckend – und ein kurzer Moment, in dem man sich fragt, ob man vielleicht doch ein bisschen schwindelfrei sein sollte.
Wenn sich der Nebel endlich verzieht, öffnet sich ein Panorama, das einen für alle Mühen der Auffahrt belohnt – Küste, Berge und Meer in einer perfekten Linie. Und wenn man dann auf dem Glasboden steht und nach unten schaut, merkt man erst, wie beeindruckend und gleichzeitig friedlich dieser Ort wirklich ist.
„Der Biokovo Skywalk selbst liegt auf rund 1.228 Metern Höhe und gehört zu den höchsten öffentlich zugänglichen Aussichtspunkten an der kroatischen Küste. Bei klarer Sicht kann man nicht nur die gesamte Makarska Riviera überblicken, sondern sogar bis zu den Inseln Hvar, Brač und manchmal – mit etwas Glück – bis nach Italien sehen. Die Straße hinauf ist schmal, aber gut asphaltiert, und oben gibt es einen kleinen Parkplatz, der sich allerdings schnell füllt. Wer früh am Morgen kommt, hat den Skywalk oft fast für sich allein.
Weiter in Kroatien auf unserer Motorradreise über die Pelješac‑Brücke Richtung Abenteuer
Nach dem Biokova Skywalk rollten wir weiter über die berühmte Pelješac‑Brücke – ein Bauwerk, das so stolz in der Landschaft steht, als hätte es gerade einen Schönheitswettbewerb gewonnen. Die Pelješac‑Brücke verbindet seit 2022 das kroatische Festland mit der Halbinsel Pelješac und erspart die frühere Durchfahrt durch Bosnien. Für Motorradfahrer bedeutet das: freie Fahrt, weniger Stau und eine Aussicht, die man so schnell nicht vergisst. Riesig, elegant, und irgendwie wirkt sie, als würde sie sich jeden Morgen selbst applaudieren. Wir fuhren über die Pelješac‑Brücke wie zwei VIPs, die eingeladen wurden, obwohl sie gar nicht auf der Liste standen. Eine perfekte Etappe unserer Motorradreise Kroatien.
In Kremena fanden wir dann einen winzigen Campingplatz – so klein, dass man beim Umdrehen fast schon wieder draußen steht. Perfekt für uns. Wir richteten uns ein, als wären wir die neuen Platzhirsche, obwohl außer uns eh niemand da war. Luxus pur und ideal für Motorrad Camping Kroatien.
Am frühen Morgen ging’s weiter nach Ston, wo die zweitlängste Mauer der Welt steht. Ja, richtig gelesen. Die Chinesen haben die längste, die Kroaten die zweitlängste – und wir die zweitgrößte Klappe. Die Mauer schlängelt sich über die Hügel wie ein Drache, der sich zur Ruhe gelegt hat. Die Stadtmauer von Ston ist über 5 Kilometer lang und damit die längste Festungsmauer Europas. Rund um den Ort gibt es mehrere kleine Parkplätze, die perfekt für Motorräder sind – man steht schnell, sicher und ist sofort mitten im Geschehen. Man kann sie hochlaufen, wenn man sportlich ist. Oder man kann sie einfach anschauen und so tun, als hätte man sie hochlaufen können. Wir entschieden uns für Variante zwei. Ein cooler Stopp auf jeder Motorradroute Kroatien.
Dubrovnik: Königsmund, Menschenmassen und Aussichtspunkt Dubrava – Nervenkitzel auf schmaler Straße
Wir mögen ja keine Ballungsräume, also fuhren wir hoch hinauf zum Aussichtspunkt über Dubrovnik. Die Anfahrt? Ein Erlebnis. Eine Straße so schmal, dass man beim Gegenverkehr automatisch anfängt, sein Testament im Kopf zu aktualisieren. Autos, Mopeds, Taxis, Busse – und weil das noch nicht reicht, schwebt auch noch die Gondel hoch und spuckt oben Menschen aus wie ein Automat auf Dauerschleife. Ein typisches Abenteuer für eine Motorradroute Dubrovnik.
Die Aussicht ist wirklich traumhaft, aber die Preise dort oben… sagen wir so: Wenn du deine Niere noch brauchst, solltest du sie vorher gut festhalten. Lokale mit utopischen Preisen, Menschenmassen, die sich um den besten Fotospot prügeln, und wir mittendrin. Wir machten unser Foto, bevor uns die Menschenflut verschluckt hätte. Und als dann noch tausende Chinesen das exakt gleiche Foto wollten, war klar: Flucht nach vorne. Der beste Zeitpunkt ohne Menschenmassen in Dubrovnik ist sicherlich gleich in der Frühe. Hier kann man die Aussicht über Dubrovnik genießen und hat nicht so viel Gegenverkehr. Dubrovnik ist wunderschön, aber mit dem Motorrad eine kleine Herausforderung: enge Straßen, viel Verkehr und kaum Schatten. Wer früh am Morgen kommt, hat es deutlich leichter – weniger Autos, weniger Hitze und bessere Chancen auf einen Parkplatz.
Molunat – Ruhe, Meer & endlich Durchatmen
Wir fuhren weiter Richtung Ende Kroatien und fanden in Molunat endlich Ruhe. Ein kleines Dorf, ein paar Häuser, ein paar Boote, und das Meer, das aussieht, als hätte Photoshop einen guten Tag gehabt. Hier kann man nichts tun. Und das ist genau das, was wir brauchten. Ein perfekter Ort für eine Pause.
Unser eigentliches Ziel hatten wir erreicht, und die Planung für die Heimreise begann. (Scherz. Wir planen nie.) Wir beschlossen, Bosnien leicht anzustreifen, und fuhren Richtung Buško‑See und weiter nach Martin Brod.
Una Wasserfälle Bosnien – Naturparadies ohne Menschen
Und jetzt kommt’s: Ein echter Geheimtipp. Die Una Wasserfälle Bosnien! Während die Plitvicer Seen auf kroatischer Seite aussehen wie ein Instagram‑Hotspot mit Eintrittspreisen, die weh tun, ist die bosnische Seite ein Naturparadies, das man fast für sich allein hat. Die Great Una Waterfalls sind so schön, dass man kurz überlegt, ob man nicht einfach hier bleibt und ein neues Leben beginnt.
Wasser rauscht, die Natur ist unberührt, und die Stille ist so intensiv, dass man fast Angst bekommt, sie kaputt zu machen. Bänke, Stege, alles gepflegt – und kein Mensch weit und breit. Ein Geheimtipp für jede Motorradreise Balkan und besonders für Fans von Motorrad Offroad Bosnien. Die Anfahrt zu den Una Wasserfälle Bosnien ist gut machbar, teilweise asphaltiert, teilweise Schotter – perfekt für Reiseenduros. Der Eintritt ist günstig, die Wege gepflegt und im Gegensatz zu den Plitvicer Seen hat man hier oft das Gefühl, die Natur ganz für sich zu haben.
Wenn ihr noch einen Reisebericht von Bosnien lesen wollt, dann schaut hier.
Sabljaci‑See & Bleder See – der entspannte Abschluss
Wir fuhren weiter Richtung Sabljaci‑See, ließen die Eindrücke sacken und verbrachten die letzte Nacht am Bleder See. Die Strecke zurück über den Sabljaci‑See und später Richtung Slowenien ist entspannt, gut ausgebaut und ideal, um eine lange Motorradreise ausklingen zu lassen. Viele kleine Cafés am Weg machen die Route perfekt für kurze Pausen. Ein würdiger Abschluss, bevor wir wieder Richtung Heimat rollten und ein weiterer wunderschöner Urlaub zu Ende ging. Eine perfekte Motorradreise durch Kroatien, Bosnien und Slowenien.
Hier sind für dich: Die 12 besten Balkan-Pässe für Deine Motorradtour.
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