Ein Osterhase bringt PS
Es war Ostern, und statt Schokolade brachte uns der Osterhase ein Motorrad, genauer eine KTM Freeride 350. Kein glänzendes Ausstellungsstück, sondern ein kleines, leicht ramponiertes Gerät, das irgendwo an der tschechischen Grenze in einer Garage stand – lieblos in die Ecke gestellt, als hätte es auf jemanden gewartet, der ihm wieder Leben einhaucht. Und wir? Wir waren genau die Richtigen dafür.
Der erste Eindruck: naja. Die Beklebung war mehr Patina als Design, die Elektrik ein wildes Durcheinander aus abgezwickten Kabeln, und das Pickerl? Fehlanzeige. Blinker, Licht, Spiegel – alles, was man für die Straße braucht, war entweder kaputt, abmontiert oder einfach nicht mehr da. Aber unter all dem: ein Herz, das noch schlägt. Und ein Motor, der nur darauf wartete, wieder loszulegen.
Vom Sanierungsfall zum Spaßgerät
Also gab’s erstmal ein kleines Service. Neue Beklebung, neue Maske – LED, modern, ein bisschen futuristisch. Die großen Blinker wurden gegen kleine getauscht, die Elektrik vom Nachbarn in Rekordzeit neu gemacht. Pickerl drauf, Spiegel dran, und plötzlich stand da ein Motorrad, das zwar nicht perfekt war, aber bereit für Abenteuer.
Leichtbau mit Charakter
Die KTM Freeride 350 ist ein Motorrad, das bewusst anders denkt. Mit rund 100 kg Gewicht gehört sie zu den leichtesten Enduros ihrer Klasse und fährt sich fast wie ein motorisiertes Mountainbike. Der kompakte Chrom-Molybdän-Stahlrahmen kombiniert mit einem Kunststoffheck macht sie extrem wendig, und genau das spürt man in jedem Meter. Sie ist kein Bike, das mit roher Gewalt beeindruckt – sie überzeugt durch Agilität, Gefühl und Kontrolle. Besonders auf engen Waldwegen oder verwinkelten Pfaden zeigt sie, wie spielerisch Offroad sein kann.
Technik, die Spaß macht
Der 350‑ccm‑Einzylinder liefert rund 23 PS und 22 Nm – auf dem Papier unspektakulär, im Gelände aber genau richtig dosierbar. Die niedrige Sitzhöhe und das sanfte Ansprechverhalten machen sie ideal für technischere Passagen, während die WP‑Federelemente genug Reserven bieten, um Wurzeln, Steine und kleine Sprünge locker wegzustecken. Die Freeride ist kein Rennmotorrad, sondern eine Wanderenduro mit Herz: leicht, ehrlich und perfekt für alle, die lieber Wege entdecken als Zeiten jagen. Und genau deshalb wächst sie einem so schnell ans Herz.
Probefahrt mit Überraschung
Die erste Probefahrt war… sagen wir: ernüchternd. Auf der Straße dachte ich kurz, ich hätte ein Moped gekauft. Aber kaum ging’s ins Gelände, zeigte sie mir, wer hier wirklich Chef ist. Und ich war’s definitiv nicht. Ggg. Langsam wuchs uns das kleine Ding ans Herz. 23 PS, 22 Newtonmeter, 100 Kilo – klingt nicht nach viel, aber sie kann was. Auf Asphalt fährt sie brav dahin, aber sobald der Untergrund wechselt, wird sie lebendig. Schotter, Wiese, Waldweg – sie liebt es. Und wir lieben sie dafür. Geliefert wurde sie mit Stollenreifen und einem Moos, später haben wir auf Heidenau K60 Scout umgerüstet. Nicht mehr fürs grobe Gelände, aber perfekt für das, was wir brauchen: Schotterstraßen, leichte Offroad-Passagen, ein bisschen Wiese, ein bisschen Wahnsinn.
Klein, laut, charmant
Klar, ein paar Umrüstarbeiten waren noch nötig. Spiegel links und rechts, neue Maske, neue Blinker – alles in Mini, alles in LED. Und die Elektrik? Ein Wunderwerk aus Kabel, Geduld und Nachbarschaftshilfe. Jetzt steht sie da, bereit für die nächste Tour. Fehlende PS werden durch Wahnsinn ersetzt, und was sie nicht an Leistung hat, macht sie mit Charakter wett. Ob am Strand, im Wald oder auf dem Campingplatz – sie ist eine kleine Wanderenduro mit großem Herz. Und ein Star, wo immer sie auftaucht. Wir nehmen Sie auf unserem Wohnmobil – Fiat Ducato – Euro Mobil – Baujahr 2000 mit, wenn wir mal nicht mit den großen Geräten unterwegs sind.
Wo die Freeride wirklich glänzt
Je mehr Zeit wir mit ihr verbringen, desto klarer wird: Die Freeride 350 ist kein Motorrad für die große Bühne, sondern für die kleinen Wege, die man sonst übersieht. Sie liebt schmale Pfade, versteckte Abzweigungen und alles, was nach Abenteuer riecht. Genau dort zeigt sie ihre wahre Stärke – leichtfüßig, verspielt und immer bereit, noch ein Stück weiterzugehen. Sie zwingt dich, aktiv zu fahren, den Körper einzusetzen und den Untergrund zu spüren. Und vielleicht ist es genau das, was sie so besonders macht: Sie bringt dich zurück zum ursprünglichen Gefühl des Motorradfahrens – direkt, ehrlich und ohne Schnickschnack.
Wenn ihr mehr über die KTM Freeride erfahren möchtet, schaut auf der offiziellen KTM Webseite: https://www.ktm.com/en-int/models/freeride.html.
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