Unser rollendes Abenteuer beginnt – mit einem 25-jährigen Pflegefall – der Kauf unseres Wohnmobils
Manche kaufen sich ein Wohnmobil und fahren direkt los.
Wir? Wir haben uns erstmal Handschuhe angezogen und den Werkzeugkasten ausgepackt.
Gekauft in Wien, gebraucht, 25 Jahre alt – unser Wohnmobil war bei der Abholung eher ein Sanierungsobjekt als ein Reisegefährt.
Die erste Nacht? Eiskalt, Scheiben gefroren. Die Gasheizung? Tot. Wir?
Eingewickelt wie Burritos und mit dem festen Vorsatz: Das wird unser Projekt.
Innen hui, außen …. naja – die Wohnmobil-Restaurierung
Innentüren frisch gestrichen, Vorhänge und Stores genäht, Polster komplett erneuert.
Jetzt sieht’s innen aus wie ein Boutique-Hotel auf Rädern – außen dagegen eher wie ein Zeitzeuge vergangener Campinggenerationen.
Aber hey, Charakter zählt! Auch im Alkoven wurde aufgerüstet: Ein Topper kam rein – beste Entscheidung ever. Schlafkomfort deluxe.
Zwischen Fluchen und Feiern! – Technische Instantsetzung des alten Wohnmobils
Elektronik? Eine Katastrophe. Kabelsalat deluxe. Ölwechsel – das war noch das Einfachste. Und dann kam die KTM 350 ins Spiel. Mit einem gebrauchten Motorradständer, umgebaut und neu verkabelt, ist sie jetzt unser treuer Begleiter. Endlich passt alles – und wir sagen nur: Mega! Das Frontlicht war anfangs eher romantisch – wie eine Kerze im Wind. Jetzt: LED-Umrüstung plus Zusatzscheinwerfer. Licht ohne Ende. Endlich können wir ohne Klimaanlage nachts fahren! In der Fahrerkabine wurde für mehr Sicherheit gesorgt. Lüfterschalter zur Motorkühlung, Zusatzschalter für die Scheinwerfer und ein versteckter Totmannschalter gegen Diebstahl. Für detaillierte Technik‑Tipps, Reparaturanleitungen und Wohnmobil‑Ratgeber empfehlen wir die Fachseite Promobil: https://www.promobil.de/ratgeber/.
Das Radlager‑Drama, das uns eine ganze Woche Urlaub in Slowenien schenkte
Eigentlich wollten wir ja nur entspannt in den Herbsturlaub starten – Kroatien, Insel Pašman, unser Lieblingscampingplatz, das volle Programm. Und wie man uns kennt, reparieren wir natürlich alles brav vorher, damit unterwegs nichts schiefgeht. Also gaben wir unser Wohnmobil voller Vertrauen in eine Werkstatt, mit der Bitte, das Radlager zu erneuern. Schließlich hatten wir schon Geräusche gehört, und wenn ein 25‑jähriger Ducato Geräusche macht, dann hört man besser hin. Die erste Fahrt nach der Reparatur? Unauffällig. Wir dachten schon: „Wow, diesmal hat wirklich alles geklappt.“ Tja… hätten wir das mal nicht gedacht.
Vier Wochen später ging es los – wie immer Freitag Nacht, wie immer voller Vorfreude. Wir rollten durch den Karawankentunnel, lösten an der Tankstelle die Maut, alles easy. Doch kaum wollten wir wieder auf die Autobahn auffahren, gab es eine Vollbremsung, die selbst ABS‑Teststrecken neidisch gemacht hätte. Jenny war sofort überzeugt, Markus hätte einen spontanen Nervenzusammenbruch erlitten. Wer bremst denn bitte auf der Auffahrspur komplett durch? Die Antwort: unser Wohnmobil. Oder besser gesagt: das Radlager, das sich entschlossen hatte, seinen Dienst endgültig zu quittieren. Das Rad war so blockiert, dass es keinen Millimeter vor oder zurück ging. Markus’ Reaktion? Reflexe aus dem LKW‑Fahrsicherheitstraining. Jennys Reaktion? „Sag mal, geht’s noch?“ Und die Realität? Wir hatten einfach unfassbares Glück, dass das nicht bei 130 km/h und nur bei 70 km/h passiert ist.
Der Abschleppdienst brachte uns in die nächste Werkstatt – die natürlich erst Montag öffnete. Und dort bekamen wir dann die Diagnose, die man niemandem wünscht: Eine Schraube im Radlager fehlte komplett, eine passte nicht, eine war festgefressen und das gesamte Rad wurde im Grunde nur noch von einer einzigen Schraube gehalten. Eine. Einzige. Schraube. Wir hatten also nicht nur Glück, wir hatten Lotto‑Glück. Die Teile für unser betagtes Wohnmobil waren natürlich nicht sofort verfügbar, also verbrachten wir eine ganze Woche in Slowenien. Immerhin: Die Werkstatt war super, die Leute hilfsbereit, und am Ende konnten wir mit dem alten Teil wieder nach Hause fahren. Abenteuerurlaub mal anders – aber hey, jetzt haben wir eine Geschichte, die uns keiner mehr nimmt.
Sinnvolles Zubehör beim Camping
Nach dem ersten Sturm war uns klar: Eine Markise ohne Absicherung ist wie ein Regenschirm im Orkan – hübsch, aber nutzlos. Wir standen da wie die typischen Neulinge, mit großen Augen und null Ahnung, während das Ding versuchte, sich in die Stratosphäre zu verabschieden.
„ggg“ – gelacht haben wir, aber erst später. Seitdem ist die Markisenabsicherung Pflichtprogramm und dem emotionalen Beistand. Und auch die Auffahrkeile, anfangs belächelt wie ein Rentner-Gadget, haben sich als wahre Helden entpuppt: Wer einmal schräg geschlafen hat und morgens mit dem Gefühl aufwacht, aus dem Bett gerollt zu sein, weiß ihre Dienste zu schätzen.
Camping ist eben nicht nur Lagerfeuerromantik – es ist auch eine Lektion in Improvisation und der Erkenntnis, dass jedes Upgrade weniger Luxus als Überlebensstrategie ist.
Der kulinarische Durchbruch – der Omnia-Backofen
Für einen Kuchenfreund wie Markus war der Omnia-Backofen nicht einfach nur ein praktisches Gadget – er war ein Geschenk des Himmels. Endlich konnten wir auch unterwegs backen, was das Herz begehrt: saftige Marmorkuchen, duftende Zimtschnecken oder sogar herzhafte Aufläufe. Kein Stromanschluss nötig, keine sperrige Technik – einfach auf die Gasflamme stellen und los geht’s. Der erste Kuchen im Omnia? Ein emotionaler Moment. Fast wie Zuhause, nur mit besserer Aussicht.
Aber damit nicht genug. Ein kompakter Grill fand ebenfalls seinen Platz im Stauraum – klein, leicht, aber mit großem Potenzial. Ob frisches Gemüse, marinierte Spieße oder ein spontanes Steak am Seeufer: Jetzt wird auch in der Ferne groß aufgekocht. Die Küche auf Rädern ist komplett, und das Kochen unterwegs hat eine neue Dimension erreicht.
Was früher mit Konserven und Campingkocher begann, ist heute ein echtes Outdoor-Kochvergnügen. Und jedes Gericht, ob süß oder herzhaft, wird Teil unserer Reisegeschichte – gewürzt mit Abenteuer, Freiheit und einer Prise Lagerfeuerromantik.
Fazit: Alt, laut, liebevoll und wenig PS – und unser ganzer Stolz!
Unser Wohnmobil ist kein Neuwagen. Es ist ein Charakterfahrzeug mit Geschichte, Macken und ganz viel Herz. Und mit jeder Reparatur, jedem Upgrade und jedem selbstgebackenen Kuchen wird es mehr zu unserem Zuhause auf Rädern.
Zweirad trifft Leidenschaft – der Anbau unseres Motorradanhängers
Und weil ein rollendes Zuhause allein nicht reicht, haben wir uns kurzerhand einen alten, gebrauchten Motorradanhänger organisiert – ein echtes Fundstück mit Patina und Potenzial. Kein Glanzstück vom Händler, sondern ein ehrlicher Veteran, der schon einiges erlebt hat. Mit viel Liebe zum Detail, rostlösendem Spray und ein paar Flüchen beim Bohren haben wir ihn Stück für Stück angepasst, neu verkabelt und sicher am Wohnmobil verbaut. Jetzt trägt er unsere Voge 300 Rally wie ein König auf seinem Thron – stabil, funktional und irgendwie charmant. Davor hat er auf unsere KTM Freeride 350 aufgepasst. Ein weiteres Kapitel in unserem Umbau-Epos, das zeigt: Man muss nicht neu kaufen, man muss nur wissen, wie man altes Zeug wieder stolz macht.
Das könnte dich auch interessieren:
-
Voge DS800X Rally: Umbauten, Tuning & Vorbereitung für die Wüste Tunesien und Marokko
Warum wir die Voge DS800X Rally umbauen Es gibt Motorräder, die kauft man, um damit sonntags gemütlich zum Kaffee zu rollen. Und dann gibt es Motorräder wie die Voge […]
-
SUZUKI GSR 750
Wenn der Wahnsinn überhand nimmt Man sagt ja, man soll sich nicht in Dinge verlieben, die man reparieren muss. Wir sagen: Challenge accepted. Die Suzuki GSR 750 kam gebraucht […]
-
Reiseziele und Routen
Reiseziele und Routen, die wir lieben Hier findest du unsere Reiseziele und Routen, die uns wirklich begeistert haben – von spontanen Abstechern bis zu sorgfältig geplanten Strecken, die jede […]
-
Unvergessliche Motorradreise von Griechenland über Albanien, Montenegro, Kroatien und Slowenien nach Österreich #2
Teil 2 – Küsten, Kurven, Chaos: Von Gythio bis Pasman Du hast den ersten Teil der Griechenlandreise noch nicht gelesen? Hier gehts zum ➡ ersten Teil. Gythio: Leuchtturm, Fußweg, Schotter Wir […]





