Es gibt Dinge, die man auf der Autobahn verlieren kann. Vertrauen. Würde. Und manchmal eine Unterhose… aber nicht die Drybag von SW-Motech
Warum wir auf SW‑Motech Drybags umgestiegen sind
Gepäcklösung bei uns? Ein sensibles Thema. Fast schon religiös. Am Anfang war die Grundausstattung: original KTM-Koffer. Die 790 bekam Seitenkoffer und eine Hecktasche von KTM. Die 1290 Seitenkoffer plus Topcase – weil man ja irgendwann erwachsen wird. Oder zumindest so tut.
Wir brauchten aber noch weitere Gepäcklösungen. Natürlich wählten wir die Sparvariante. Wie alle. Ein Gepäcksack vom Internet-Riesen, sah stabil aus, war’s aber nicht. Nach den ersten 500 Kilometern verabschiedete sich das Ding auf der Autobahn wie ein schlecht gelaunter Teenager – einfach weg. Die Gurte rissen, der Sack flog, und wir standen da. Inhalt: Zahnbürste, Unterhose, Würde.
Jenny kam sich vor wie bei Mario Kart – der Affe vor ihr warf mit Bananen, und ihr erster Gedanke war: „Okay, entweder das ist ein Rennen oder ich bin in einem sehr seltsamen Campingplatz-Level gelandet.“
Upgrade: SW-Motech Drybag 600, 350 und 180 im Praxistest
Nach dem Trauma kam die Therapie: SW-Motech Drybag 600. Ein Biest von einer Tasche. Dicht wie ein Politiker vor der Wahl, geräumig wie ein Kleinwagen, und endlich mal etwas, das sich befestigen lässt, ohne dass man dabei weint. Wir waren überzeugt nach unserem ersten Drybag Test.
Die Tasche besteht aus robustem 500D PVC, ist komplett wasserdicht verschweißt und kommt mit Rollverschluss. Da kommt nix rein – außer du lässt sie offen. Und selbst dann muss der Regen schon motiviert sein.
Aber Achtung: SW-Motech hat das Befestigungssystem überarbeitet. Wer noch das alte Modell mit klassischen Gurten hat, muss beim Nachrüsten aufpassen – das neue PRO-System mit Quick-Lock passt nicht zu allen Trägern. Also vorher prüfen, ob du EVO oder PRO fährst, sonst endet das Upgrade in einem Bastelabend mit Flüchen und Kabelbindern.
Wir waren begeistert. So sehr, dass wir gleich noch eine wollten. Die 🔗SW-Motech Drybag 350* – die kleine Schwester. Passt perfekt auf die 790, sieht harmlos aus, ist aber ein Raumwunder. Mit 35 Litern Volumen, ebenfalls wasserdicht und mit reflektierenden Elementen für die Nachtfahrt. Endlich dachten wir: Jetzt haben wir Platz. Haha. Nein.
Und weil die Drybag 180 eher einer Handtasche gleicht als einem echten Gepäckstück, musste die natürlich auch noch mit aufs Motorrad. Frau reist heute ja mit Stil – und wenn schon Chaos im Tankrucksack herrscht, dann wenigstens mit einem Hauch Eleganz. Die 🔗SW-Motech Drybag 180* ist klein, schick und irgendwie das Chanel unter den Motorradtaschen. Man kann nicht viel reinpacken, aber sie sieht gut aus, wenn sie nichts trägt.
Befestigung und Handling im Alltag
Beim Befestigen der Taschen hat sich für uns gezeigt, dass weniger oft mehr ist. Die Gurte von SW‑Motech sind stabil und lassen sich gut anpassen, sodass wir die Taschen schnell und sicher fixieren können. Wichtig ist nur, dass die Gurte sauber gespannt sind und nichts lose herumhängt. Nach ein paar Touren geht das fast automatisch. Besonders angenehm ist, dass die Taschen auch dann stabil bleiben, wenn wir sie nicht perfekt symmetrisch packen. Das Motorrad bleibt ruhig, selbst bei höheren Geschwindigkeiten oder auf unebenen Straßen.
Alltagstauglichkeit auf Tour
Auf unseren Touren hat sich schnell gezeigt, dass die Drybags nicht nur auf dem Papier gut funktionieren, sondern auch im echten Reisealltag. Wir packen sie morgens, schnallen sie fest und müssen uns den restlichen Tag nicht mehr darum kümmern. Die Taschen bleiben stabil, auch wenn die Straße ruppig wird oder der Wind stärker bläst. Besonders angenehm ist, dass wir nicht ständig nachjustieren müssen. Egal ob kurze Feierabendrunde oder lange Wochenendtour – die Drybags machen ihren Job zuverlässig und ohne Drama. Genau so soll Gepäck sein: unkompliziert, robust und einfach da, wenn man es braucht.
Gewichtsverteilung und Fahrverhalten auf Tour
Mit der Zeit haben wir gemerkt, wie stark die Gewichtsverteilung das Fahrgefühl beeinflusst. Wenn die große Drybag 600* voll beladen ist, sitzt sie am besten quer auf dem Heck, möglichst tief und nah am Schwerpunkt. Die 350* legen wir darüber oder etwas weiter vorne, damit das Gewicht nicht zu weit nach hinten wandert. Die 180* ist so leicht, dass sie fast überall hinpasst – wir nutzen sie oft als Ergänzung oben drauf.
Auf der Straße fühlt sich das Setup stabil an, solange die schweren Dinge unten und mittig verstaut sind. Besonders auf kurvigen Strecken macht das einen großen Unterschied. Das Motorrad bleibt ruhiger, kippt sauberer in die Kurve und wirkt insgesamt ausgeglichener. Für uns war das ein Lernprozess, aber inzwischen packen wir fast automatisch so, dass sich das Motorrad auch voll beladen noch gut anfühlt.
Material & Verschleiß nach vielen Kilometern
Nach mehreren Touren durch Österreich, Italien und Slowenien können wir sagen, dass die Drybags erstaunlich robust sind. Das Material zeigt kaum Abnutzung, selbst wenn sie mal auf rauem Asphalt oder Schotter abgestellt werden. Die Nähte halten dicht, der Rollverschluss funktioniert wie am ersten Tag und die Gurte haben sich nicht gelängt. Auch UV‑Licht hat bisher keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Für uns ist das ein wichtiger Punkt, weil wir die Taschen nicht schonen – sie werden vollgestopft, festgezurrt, über den Boden gezogen und manchmal einfach irgendwo hingeworfen. Trotzdem funktionieren sie zuverlässig. Genau das macht sie für uns zu einem Teil der Ausrüstung, über den wir nicht mehr nachdenken müssen.
Vergleich der SW‑Motech Drybags (600 / 350 / 180)
Drybag 600*
Volumen:
ca. 60 Liter
Eigenschaften:
500D PVC, komplett wasserdicht, verschweißte Nähte, Rollverschluss, neues PRO‑
Befestigungssystem
Vorteile:
Sehr robust, extrem viel Stauraum, ideal für lange Touren, sitzt stabil
Für wen geeignet: Fahrer mit viel Gepäck, Reisen zu zweit, lange Touren
Drybag 350*
Volumen:
ca. 35 Liter
Eigenschaften: Wasserdicht, reflektierende Elemente, kompakter als 600, passt gut auf kleinere Motorräder
Vorteile:
Raumwunder trotz kleinerer Größe, flexibel einsetzbar
Für wen geeignet: Solo‑Fahrer, Wochenendtouren, kleinere Bikes
Drybag 180*
Volumen:
ca. 18 Liter
Eigenschaften:
Klein, stylisch, wasserdicht, ideal für Kleinkram
Vorteile:
Perfekt für Snacks, Kamera, Dokumente, Tagesausflüge
Für wen geeignet: Minimalisten, Tagestrips, Ergänzungstasche
SW‑Motech Zubehör im Alltag
Und dann kam noch der 🔗SW-Motech PRO Daypack Tankrucksack* dazu. Ein Raumwunder mit fünf bis acht Litern Volumen – klein, aber verdammt oho. Er sitzt auf dem Tank wie ein Butler: dezent, zuverlässig, immer bereit. Perfekt für den täglichen Wahnsinn. Zigaretten, Brille, Snacks, seelischer Beistand in Form von Gummibärchen – alles findet seinen Platz. Als Zugabe gab’s dieses kleine Täschchen dazu – nennen wir es liebevoll Snack-Schublade fürs Motorrad. Sieht aus wie nix, kann aber alles. Und plötzlich war Ordnung da, wo vorher Chaos regierte.
Packpraxis: Was wir wirklich mitnehmen und wie wir es verteilen
Das Zubehör wurde mehr. Viel mehr. Also dachten wir: Warum nicht zwei Sturzbügeltaschen an die 1290? Sieht gut aus, funktioniert, und endlich war Platz für Werkzeug, Pannensets, Regenklamotten und die letzte Hoffnung.
Auch die 790 bekam ihre Taschen – etwas zarter, fast schon elegant. Wie ein Gentleman, der weiß, dass Stil auch mit wenig Volumen geht. Eigentlich auch keine echten Sturzbügeltaschen. Wir haben einfach diese Getränkehalter umfunktioniert.
Tankrucksack PRO Daypack – unser Mini‑Butler
Man denkt, man hat genug Platz. Bis man versucht, eine Regenhose, ein Multitool und eine Packung Gummibärchen in eine Zehn-Liter-Tasche zu stopfen. Spoiler: Die Gummibärchen verlieren immer.
Mit der Zeit hat sich bei uns eine klare Packlogik entwickelt. Die große Drybag 600 bekommt alles, was sperrig ist oder nicht ständig gebraucht wird: Kleidung, Schuhe, Kulturbeutel, Regenkombi. Die 350 nutzen wir für Dinge, die wir unterwegs öfter brauchen, zum Beispiel zusätzliche Schichten, Kameraequipment oder Proviant. Die 180 ist unsere „Schnellzugriffstasche“ für Kleinkram wie Sonnencreme, Ladekabel, Handschuhe oder die kleine Kamera. Dadurch müssen wir unterwegs nicht lange suchen und haben trotzdem alles griffbereit. Das macht das Reisen entspannter und verhindert, dass wir jedes Mal das halbe Motorrad auspacken müssen.
Kombination der Taschen auf dem Motorrad
Die Drybags lassen sich nicht nur einzeln nutzen – wir haben schnell gemerkt, dass sie sich auch sehr gut miteinander kombinieren lassen. Auf längeren Touren stapeln wir die 350 oft auf die 600, weil beide Taschen durch ihre flache Unterseite stabil aufeinanderliegen. Mit den Gurten von SW‑Motech lassen sie sich so verbinden, dass nichts verrutscht, selbst wenn die Straße unruhig wird. Die 180 setzen wir je nach Bedarf oben drauf oder seitlich an den Träger, wenn wir schnellen Zugriff brauchen. Durch das modulare System entsteht ein flexibles Setup, das wir je nach Strecke, Wetter oder Reisedauer anpassen können, ohne jedes Mal komplett neu planen zu müssen.
Fazit: Warum wir heute entspannter reisen als früher
Heute reisen wir mit System – und vor allem mit Taschen, die nicht bei 120 km/h versuchen, sich selbstständig zu machen. Seit wir die Drybags nutzen, fühlt sich unser Gepäck nicht mehr wie ein Risiko an, sondern wie ein verlässlicher Teil unserer Ausrüstung. Wir haben Platz für alles, was wir brauchen, und manchmal sogar für Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen, aber trotzdem mitnehmen. Vernünftig ist das nicht immer, aber praktisch auf jeden Fall. Schaut doch einfach mal in hier: Unsere Motorräder, Technik und Ausrüstung.
Vielleicht findet ihr ja noch etwas Spannendes.
Wenn du gerade überlegst, ob du dir die SW‑Motech‑Taschen gönnen sollst: Wir würden es wieder tun. Nicht, weil wir besonders ordentliche Menschen geworden sind, sondern weil die Taschen uns das Leben unterwegs leichter machen. Unsere Zahnbürsten reisen inzwischen trocken, unsere Klamotten bleiben da, wo sie hingehören, und unsere Unterhosen… na ja, die haben seit dem Autobahn‑Vorfall zumindest ein Upgrade bekommen. Die KTM‑Unterhosen mussten sein – nicht, weil sie bequem sind, sondern weil wir dachten: Wenn schon peinlich, dann wenigstens markentreu. Falls sie wieder irgendwo landen, soll der Finder wissen: Das war kein Zufall. Das war Stil. Oder zumindest der Versuch davon.
Am Ende geht es aber gar nicht um Unterhosen, sondern um Ruhe im Kopf. Und genau das geben uns die Drybags. Wir packen, wir schnallen fest, wir fahren los – und der Rest erledigt sich von selbst. Wenn du also noch überlegst: Gönn dir die Tasche. Deine Unterhose wird es dir danken. Und dein Nervenkostüm auch.
Fundstücke am Seitenstreifen
🧼 Zahnbürste – leicht traumatisiert
🩲 KTM-Unterhose – markenkonform, aber freiheitsliebend
🐻 Gummibärchen – zerquetscht, aber tapfer
📦 Würde – zuletzt gesehen bei Tempo 120
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